In den nächsten Tagen soll es sehr warm und sonnig werden und wir wählen einen Platz an einem Badesee im Aubrac als nächstes Ziel. Der Weg dorthin führt abseits der großen Straßen quer durchs Land und uns gefällt die Landschaft, die so viel Sehenswertes zu bieten hat, dass wir irgendwann aufhören, jedes Mal anzuhalten sondern beschließen, dass wir hier sicher noch einmal einige Zeit verbringen werden.


Kurz vor unserem ursprünglichen Ziel kommen wir durch Estaing und sind sofort bezaubert – dieser Ort wurde zurecht in die Liste der schönsten Dörfer Frankreichs aufgenommen! Ein Hinweissschild zum städtischen Campingplatz gibt den Ausschlag: Wir bleiben hier.
Der Platz ist im vergangenen Jahr stark erweitert und auch modernisiert worden aber da man uns die Wahl lässt, entscheiden wir uns für eine der alten Parzellen, da sie auch etwas Schatten bieten:



Auf unserem Stellplatz wachsen sogar Walderdbeeren – aber da man ja nicht wissen kann, ob hier vorher jemand mit Hund gestanden hat, esse ich sie lieber nicht.
Von hier aus ist es ein gemütlicher Spaziergang über Feldwege bis nach Estaing:




Wer übrigens bei dem Ortsnamen das Gefühl hatte ‚das hab ich doch schon mal gehört‘ hat sich nicht getäuscht: Nachdem die männliche Linie der Grafen d’Estaing ausgestorben war, hat ein Vorfahr des späteren französischen Staatspräsidenten Valéry Giscard d’Estaing den Mädchennamen seiner Mutter dem Familiennamen hinzugefügt.
Der Ort ist wirklich pittoresk:









Als wir durch die Straßen schlendern, spricht uns ein Franzose an und lädt uns zu einer Weinprobe ein. Im Gespräch erfahren wir von Jeanneau, dass er als Manager für Total gearbeitet und sich nun mit seiner Familie in Estaing niedergelassen hat. Zu seinem Anwesen mitten im Ort gehört auch eine Brücke, über die er seinen kleinen Weinberg erreichen kann:




Der Wein ist ungeheuer lecker, so dass wir uns nicht wirklich wehren, als Jeanneau noch einmal nachschenkt. Nur verkaufen will er ihn nicht: Das sei sein Hobby und nur für Familie und Freunde bestimmt.
Nun aber auf zur Schlossbesichtigung:










Direkt an der alten Brücke gibt es ein Restaurant mit einer schönen Terrasse über dem Fluss und wir reservieren uns einen Tisch für das Abendessen:


Udo möchte unbedingt ein Steak vom Aubrac-Rind probieren und ich entscheide mich für eine Kombination lokaler Spezialitäten, weil auch Aligot, ein Kartoffelpüree mit Käse, dabei ist:

