Wir sind wieder in Frankreich und wollen auf jeden Fall noch den einen oder anderen France Passion-Stopp machen – nicht nur aber auch, weil wir bisher kaum Einkäufe an Wein und Spezialitäten gemacht haben, und das gehört unbedingt dazu. So finden wir kurz hinter Perpignan den Winzer Laurent Parnaud und der Name seiner Domaine, Chateau du Lac, lässt auf eine hübsche Kulisse schließen.
Wie wir später erfahren, ist der Verkauf an Wohnmobilisten eines der Standbeine und entsprechend ist man hier vorbereitet:


Aber vor der Weinprobe wollen wir noch ein wenig laufen und entscheiden uns für einen Spaziergang zur Lagune:





Bei der Weinprobe erfahren wir, dass die Pflege und Ernte der Trauben komplett manuell erfolgt und Laurent nur die besten für den selbst produzierten Wein behält, während der größere Teil an eine Cooperative verkauft wird:


Laurent bewirtschaftet nicht nur die Weinfelder seines Großvaters und nutzt seine Maschinen, er hat auch das Schloss von ihm geerbt:





Es ist eher eine Schloss-Ruine, die Laurent wieder in Stand setzen will. Wie er selbst sagt, sein Hobby – denn sonst täte man das nicht. Unglaublich finde ich, wie es zu der Zerstörung kam: Der Besitzer konnte Anfang der 40er Jahre die Steuern nicht mehr bezahlen und auch keinen Käufer finden. Daher wurde er gezwungen, dass Dach des Schlosses zu zerstören, so dass es langsam verfiel. Andere Länder haben nicht nur andere Sitten sondern manchmal auch Regelungen, auf die man auch mit der wildesten Fantasie nicht gekommen wäre …
Ich muss bei Gesprächen mit Laurent häufig schmunzeln, denn der Dialekt hier unten in Südwestfrankreich hört sich ein wenig an wie mein Großvater, wenn er französische Worte aussprach, die auf diesen typischen nasalen „in“-Laut enden. Bei ihm klingen chemin, vin und moulon wie chemeng, veng und mouleng. Bisher dachte ich immer, mein Großvater, der sich allgemein mit Fremdsprachen schwer tat, hätte die Worte für sich ‚eingekölscht‘. Aber vielleicht hat er sie im Krieg ja auch von einem Südfranzosen so gelernt …