Wir wollen auf dem Heimweg in Deutschland noch einiges erledigen und die Termine dafür geben uns die Luft, noch ein letztes Mal auf dieser Fahrt zwei Nächte an einem Ort zu verbringen. Unsere Wahl fällt auf Tours. Die Stadt liegt kurz vor der Mündung des Cher in die Loire und in beiden Flüsse liegen hier Inseln, die teils durch Aufschüttungen miteinander verbunden bzw durch Dämme zu Halbinseln umgewandelt wurden. Auf einer solchen liegt im Vorort Saint Avertin der Campingplatz der Stadt Tours. Unser Stellplatz liegt quasi direkt am Wasser:

Es ist schon später Nachmittag, als wir ankommen und um uns nach der langen Fahrt noch ein wenig zu bewegen, laufen wir durch Saint Avertin.

Wir dachten, dass wir dabei sicher auch an einem netten Bistro vorbei kommen, in dem wir zu Abend essen möchten. Aber tatsächlich sind fast alle Restaurants nur bis zur Mittagszeit geöffnet – einzig eine Pizzeria macht abends nochmal auf. Also haben wir eine wirklich gute, im Holzofen gebackene Pizza gegessen.

Am Mittwoch packen wir noch einmal die Räder aus und fahren in die Innenstadt von Tours. Wie fast überall in Frankreich sind die Fahradwege und -spuren sehr gut ausgebaut. Meine Lieblingsvariante in Tours war eine vierspurige Allee, auf der die beiden mittleren Spuren für den ÖPNV und Fahrräder freigegeben waren, während die Autos außen fuhren. So hatte man nicht nur kein Problem mit rechtsabbiegenden Autos sondern die Ich-park-ja-hier-nur-mal-ganz-kurz-am-Straßenrand-Ignoranten blockieren so mal ihresgleichen und nicht uns Radfahrer 😀😃🙂.

Apropos ÖPNV: Der heißt in Tours fil-bleu und dieses Fahrzeug hier gehört auch dazu:

Zunächst laufen wir ein wenig durch die Stadt:

An der Loire entdecke ich in einem Biergarten einen Tisch nach meinem Geschmack:

Wenn es so einen in unserer Nähe gäbe, wäre ich Stammgast 😉!

Die Kathedrale hat wunderschöne Rosettenfenster in alle vier Himmelsrichtungen aber auch modern gestaltete Fenster:

Direkt nebenan liegt der erzbischöfliche Palast in einem parkähnlichen Garten, dessen Prunkstück eine mehr als 200 Jahre alte Libanonzeder ist:

Der Palast ist heute ein Museum, das aber – im Gegensatz zu so manchem anderen, in dem wir in den letzten Wochen waren – so gestaltet ist, dass die ursprüngliche Pracht und Funktion der Räume sichtbar geblieben ist:

Rund um den Place Plumereau in der Altstadt sind noch einige der typischen Fachwerkhäuser erhalten geblieben:

Eine Besonderheit ist die Basilika des heiligen St. Martin. Der ursprüngliche Bau wurde durch ein Feuer zerstört, nur zwei Türme sind erhalten geblieben und stehen heute durch mehrere Häuser getrennt auf gegenüber liegenden Straßenseiten:

Der Ersatzbau wurde erst vor gut 100 Jahren fertiggestellt und hat dadurch eine ganz andere Ausstrahlung:

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