Bei park4night finden wir enthusiastische Beschreibungen des Agriturismo Terra Nostra im Cilento. Darum und weil ich zu Beginn unserer Fahrt ein Buch gelesen habe, das in dieser Region spielt, wählen wir dies als unser nächstes Ziel.
Wir haben zweierlei Navigationssysteme an Bord, die beide darauf ausgelegt sind, anhand der hinterlegten Daten unseres Wohnmobils die Strecke so zu wählen, dass wir sie befahren können und dürfen. Dennoch machen wir immer wieder die Erfahrung, dass die beiden ‚Damen‘ sich nicht einig sind und unterschiedliche Routen vorschlagen. Wir müssen uns also immer wieder entscheiden – oft ziehen wir dann auch noch Google Maps zu Rate – und in den wenigsten Fällen finden wir heraus, ob wir die richtige Wahl getroffen haben oder ob die Alternative nicht doch besser gewesen wäre.
Anders bei dieser Fahrt: Kurz vor dem Ziel schlägt eines der beiden Systeme vor, die Strada Statale zu verlassen und durch eine Abkürzung von ca. 500 Metern eine sehr kurvige Strecke von mehreren Kilometern abzukürzen. Wir entscheiden uns für diese Abkürzung, die so schmal ist, daß uns wirklich niemand entgegen kommen darf:

Aber es sind ja nur 500 Meter – wir hoffen einfach, dass niemand kommt. Am Ende der Abkürzung rutscht uns allerdings das Herz in die Hose: Die Abkürzung führt in einem Winkel auf die Staatsstraße zurück, den wir nicht durchfahren können ohne mit dem bei unserem Womo ja um zwei Meter hinter den Hinterreifen überstehenden Heck aufzusetzen.
Also gibt es nur eine Möglichkeit: so lange rückwärts bergauf fahren, bis sich eine Möglichkeit zum Wenden bietet. Nach gut 100 Metern öffnet sich auf der linken Seite eine – ziemlich zugewucherte – Toreinfahrt, die von der Breite und Tiefe her ausreichend erscheint. Leider lassen uns das Gras und die Brombeerranken übersehen, dass am linken und rechten Rand ein paar Steine oder Baumstümpfe sind. Während das Zurücksetzen in die Einfahrt noch reibungslos klappt, bleiben wir beim eigentlichen Wendemanöver mit einem Blech auf der Beifahrerseite und der hinteren Stoßstange auf der Fahrerseite darsn hängen:


Dieser Schock sitzt tief – der erste ernst zu nehmende Schaden an unserem Bumo. Aber da die Funktionalität nicht beeinträchtigt ist kann Udo beides provisorisch richten und wir können unsere Reise fortsetzen.
Als wir unser Ziel erreichen, scheint der erste Eindruck alle guten Bewertungen zu bestätigen – siehe Beitragsbild – und wir haben die Hoffnung durch einen schönen Aufenthalt entschädigt zu werden. Aber leider offenbart sich auf den zweiten und dritten Blick der ehemalige Bauernhof als ein italienisches Feriendorf, das rund um Ferragosto komplett ausgebucht ist. Das macht sich auch beim Abendessen bemerkbar, das nicht nur im Stil einer Kaffeefahrt serviert sondern auch durch eine Animation untermalt wird, die es fast unmöglich macht, sich zu unterhalten.
Das alles gefällt uns nicht wirklich und so beschließen wir, die Schönheiten des Cilento (und es ist wirklich schön!) bei unserem nächsten Besuch zu erkunden und für dieses Mal weiterzufahren.
